Ernst Pöhner

Wurde am 11. Januar 1870 in Hof an der Saale geboren. Unter anderem war er Polizeipräsident in München und am Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 beteiligt.

Leben

Aus Wikipedia:

„… Pöhner war Sohn des Hofer Stadtsekretärs und Kanzleivorstandes Johann Georg Pöhner und dessen Ehefrau Johanna Karolina Sophia Pöhner, geb. Kirchner. Er wuchs in Hof an der Saale auf und legte dort am Gymnasium im Jahr 1887 das Abitur ab. Anschließend studierte er an der Universität München Rechtswissenschaften, um die juristische Laufbahn im Königreich Bayern einzuschlagen. Nach verschiedenen Stationen (1897 Dritter Staatsanwalt in Amberg, 1898 Amtsrichter in Landshut, Zweiter 1899 Staatsanwalt in Nürnberg) war er ab 1904 Landgerichtsrat in München. Dort war er zudem Mitglied der Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes und schloss sich später auch der Thule-Gesellschaft an.

Im Jahr 1910 heiratete Pöhner Grete, geborene Thein, drei Jahre später wurde er Vater eines Sohnes.

Er nahm als Hauptmann der Reserve am Ersten Weltkrieg teil. 1915 wurde Pöhner zum Oberlandesgerichtsrat befördert und war nach dem Ersten Weltkrieg Leiter des Gefängnisses Stadelheim in München, bevor er am 3. Mai 1919 zum Polizeipräsidenten von München ernannt wurde. In dieser Eigenschaft deckte er die Aktivitäten des antisemitischen Geheimbundes Organisation Consul und schuf eine „politische Abteilung“, deren Leitung er Wilhelm Frick übertrug.

Während des Kapp-Putsches im März 1920 erzwang Pöhner zusammen mit dem Leiter der rechtsradikalen Einwohnerwehren Georg Escherich und dem General Arnold von Möhl in einer staatsstreichähnlichen Aktion den Rücktritt der sozialdemokratischen Landesregierung Hoffmann und sorgte für die Einsetzung der rechten bürgerlichen Regierung unter Gustav von Kahr. Pöhner opponierte offen gegen die Aufhebung des Ausnahmezustands in Bayern, was seine Beurlaubung nach sich zog. Am 28. September 1921 trat er als Polizeipräsident zurück und wurde im Oktober Rat am Obersten Landesgericht in München.

Pöhner kannte Adolf Hitler seit 1920. Im November des Jahres 1923 war er führend am Hitler-Ludendorff-Putsch beteiligt. Er sollte neuer bayerischer Ministerpräsident werden. Wahrscheinlich hatte er auch an dem Verfassungsentwurf mitgewirkt, den die Putschisten in Kraft setzen wollten. Als Angeklagter im Hitler-Prozess 1924 erklärte er, was ihm als Hochverrat vorgeworfen werde, bereits seit fünf Jahren betrieben zu haben. Wegen Hochverrats wurde er vom Münchner Volksgericht am 1. April 1924 zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, von denen er aber lediglich drei Monate verbüßte. Pöhner ab Januar 1925 in Landsberg in Festungshaft, aus der er am 31. März unter Bewährungsauflagen vorzeitig entlassen wurde.

Noch während seiner Haftzeit wurde Pöhner bei der Landtagswahl am 6. April 1924 für den Völkischen Block in Bayern, eine Mitgliedsorganisation der Nationalsozialistischen Freiheitspartei, in den bayerischen Landtag gewählt. Im Dezember des Jahres trat er zur DNVP über.

Am 11. April 1925, drei Monate nach seiner Haftentlassung, verunglückte er bei einem mysteriösen Autounfall in der Nähe von Feldkirchen tödlich. Bei seiner Beerdigung am 16. April trat erstmals die SS öffentlich auf. Am 18. November 1927 wurde Pöhner umgebettet und im „Heldenhain“ von Burg Hoheneck (Ipsheim) beigesetzt. An der Trauerfeier dort mit 750 Teilnehmern nahmen neben dem Burgherren der Münchner Verlagsbuchhändler Julius Friedrich Lehmann, Julius Streicher, Adolf Hitler, Rudolf Heß und Joseph Goebbels teil. Hitler lobte Pöhner und Frick in „Mein Kampf“ als „die einzigen höheren Staatsbeamten, die schon damals den Mut besaßen, erst Deutsche und dann Beamte zu sein.“

In Hof wurde in der Zeit des Nationalsozialismus eine Straße nach ihm benannt, die seit 1946 Friedrich-Naumann-Straße heißt.